AllgemeinIhrer Persönlichkeit Herr werden Teil II: | DISG TRAINING

„Gleich und Gleich gesellt sich gern“, heißt es doch so schön und sagt nicht mehr und nicht weniger aus, als dass wir uns mit Menschen, die uns ähnlich sehen oder sich ähnlich verhalten besser verstehen, weil sie sympathischer auf uns wirken. In der Psychologie nennt man dieses Phänomen auch das der sozialen Ähnlichkeit.

Andererseits bringen Kontraste auch Spannung und Farbe ins Leben. Sie machen das Leben erst lebenswert und verhindern, dass uns langweilig wird. Kontraste ergeben sich beispielsweise, wenn Menschen unterschiedlicher Typen (also genau solche, die sich nicht ähneln) aufeinanderstoßen und miteinander interagieren. Gleichwohl entsteht hierbei ein Konfliktrisiko, aber das wirkt meist belebend.

Vor allem in Arbeitsbeziehungen kommt es immer wieder zu teils heftigen Konflikten. Kollegen und Kunden kann man sich nun mal nicht selbst backen, man muss lernen sie zu nehmen, wie sie sind. Wenn das nur so einfach wäre… Denn wenn die Chemie nicht stimmt, sind Probleme im Job vorprogrammiert.

Anhand des persönlichkeitstypischen DiSG-Profils ergeben sich dabei besonders beim stetigen und dominanten Typ enorme Konfliktpotentiale. Aber auch in anderen Konstellationen – umso besser also zu wissen, welcher Typ man selbst ist und zu welchem Typ sein Gegenüber wohl gehört. Angenommen der stetig veranlagte Mitarbeiter kommt zu seinem dominant veranlagten Chef und bittet um Entscheidungen. Der Chef hingegen eher genervt will an seinem wichtigen Projekt weiterarbeiten und signalisiert ihm das mittels eindeutiger Gesten. Die Verhaltensmauer wäre also errichtet zwischen den beiden. Seitens des Mitarbeiters mag jetzt ein Minderwertigkeitsgefühl aufkommen, weil dieser sich missverstanden oder vernachlässig fühlt. Der Chef hingegen empfindet, dass sein Mitarbeiter ihn mit unwichtigen Dingen behelligt und spricht ihm die Zielgerichtetheit ab.

Die kritische Situation ist offenkundig da. Doch wie entledigt man sich dieser optimaler Weise? Gibt es dazu Tipps aus der DiSG-Trickkiste? Ja, die gibt es: Erstens ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, wo das Problem genau angesiedelt ist. Zweitens ist von Bedeutung, nachzufragen und damit die Situation zu klären. So könnt der stetige Mitarbeiter sich erkundigen, ob er gerade stört. Hingegen der Chef könnte sachte darum bitten, auf den Punkt zu kommen. Es gehört Mut dazu, Gefühlen Ausdruck zu verleihen, ohne den anderen zu verletzen. Aber üben und sich von Mal zu Mal auszuprobieren, hilft.

Insbesondere in Kundenbeziehungen ist es entscheiden, den richtigen Ton zu treffen und Kunden nicht vor den Kopf zu stoßen. Doch vorab ist von grundlegender Bedeutung, den Weg zu wechselseitigem Verständnis frei zu machen und das geschieht dadurch, dass beide Partien ihre sogenannten Bewertungsschlüssel, nämlich Vorurteile, Schubladendenken und Annahmen wegwerfen und sich auf den anderen einlasen.

Man spricht auch von einer Wertschätzungsleiter, die man gehen sollte:

Die erste Stufe entspricht der Beurteilung. Wir beurteilen das Verhalten anderer Menschen anhand unserer Maßstäbe. Daher kann Kommunikation nur dann unproblematisch verlaufen, wenn sich Menschen so verhalten wie wir. Das ist eher unwahrscheinlich. Wer sich die Mühe macht, die zweite Stufe zu betreten, wird dem verstehen gegenüber dem Beurteilen Priorität eingeräumt und damit proaktiv die Lebenswirklichkeit des anderen anerkannt. Verstehen von andersartigem Verhalten ist hier die Prämisse. Dieses Verstehen bedingt auf der dritten Stufe dann die Respektanz – gegenseitiger Respekt. Sei es gegenüber Mitarbeitern, Kollegen oder Verhandlungspartnern bei denen Sie sich Stärken suchen können, statt ständig an Defiziten herumzukritisieren. Die vorletzte Stufe führt zu Anerkennung. Menschen verfolgen unterschiedliche Ziele und Motive. Kriterien werden anders gewichtet und dies nicht nur zu respektieren, sondern anzuerkennen und bei der individuellen Entwicklung berücksichtigen, ist essentiell. Selbstbewusste Persönlichkeiten haben die Erfahrung gemacht, dass sie geliebt sind so wie sie sind. Ihr Selbstwertgefühl ist nicht an die Erwartungen anderer gekoppelt. Und die letzte Stufe stellt den Gipfel dar: Wertschätzung. Handeln, das gemeinsam stattfindet, also in Kooperation und nicht gegeneinander, trägt am weitesten. Vielfalt und Unterschiede tragen dazu bei, dass Perspektiven gewechselt und Ergebnisse bereichert werden. Jeder kann sich frei entfalten, ohne sich ständig rechtfertigen zu müssen.

Nehmen Sie sich doch einige Ratschläge zur Hilfe, was die Veranlagung oder Persönlichkeitsstruktur möglicher andersartiger Menschen angeht und reagieren Sie gekonnt. Haben Sie es mit einem dominant-veranlagten Typ zutun, dann seien Sie direkt und kommen schnell zum Punkt. Beachten Sie, dass Ihr Gegenüber selektiv zuhört und überprüfen Sie am Ende, ob Sie den gleichen Kenntnisstand haben. Bei Initiativen Partnern, tun Sie gut daran, informelle, offene Diskussionen in einem geselligen Umfeld zu führen. Schaffen Sie Räume, um Ideen und Geschichten auszutauschen. Gehen Sie auch auf die Gefühle Ihres Gegenübers ein. Gewissenhafte mögen es, wenn Sie eine sachliche Kommunikation pflegen können. Logische und rationale Aussagen kommen besser an, als emotional aufgeladene. Missverständnisse sollten zudem herausgearbeitet werden. Bei stetigen Typen sollten Sie regelmäßig Möglichkeiten zu ungezwungene Gesprächen schaffen und Bedenken, Sorgen oder Konflikte gezielt abfragen. Ins Gespräch steigen Sie am besten leger ein. Während die dominanten und gewissenhaften Typen eher auf die Sache und Logik fokussiert sind, sind die stetigen und initiativen Typen eher auf die Beziehung fokussiert. Bei Letztgenannten ist das neue und Interessante in den Vordergrund zu stellen, währen dabei gewissenhaften und stetigen Typen mehr eingeplante Zeit von Vorteil sind. Dominante wünschen sich eine Antwort auf die Was-Frage, während Initiative die Wer-Frage beantwortet wissen wollen; die Gewissenhaften wollen die Warum-Antwort kennen und die Stetigen die Wie-Frage geklärt haben. Kompetenz und Sachlichkeit sind Stichwörter auf der Seite von gewissenhaft und dominant. Andererseits können Sie bei stetigen und initiativen Kunden mit Begeisterung und Empathie punkten.

Autor: Georg Dauth

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